Kultbild

Dezember 8, 2008

Für den bildenden Künstler erwächst eine der ästhetischen Hauptaufgaben, indem er versucht herauszufinden, welche Faktoren für sich wirksam wären,  aber im Zusammenhang mit den fremdbedeutenden , dennoch anschaulich wichtigen Bildern nun zu diesem fremden Inhalt passen müssen. Glanz und Pracht können die Ansehnlichkeit einer verehrungswürdigen Person steigern.  Durch die Heiterkeit des Glanzes kann die Würde des Kultbildes zerstört werden.

Farben und Linien können die seelische Temperatur eines Menschen beeinflussen und ihn heiter oder traurig stimmen und damit der seelischen Temperatur des dargestellten Menschen entsprechen oder widersprechen. Ebenso können Farben eine Illustration deutlicher oder undeutlicher werden lassen.

Fragen

Dezember 5, 2008

Fragen können gestellt werden als Nur-so-hinfragen oder als explizite Fragestellung.
Wenn nach dem Sinn von „Sein“ gefragt wird, stehen gewisse strukturale Momente zur Erörterung. Angenommen wir befänden uns schon immer in einem Seinsverständnis ( bei Heidegger „estin“),dann wären Fragen wie „was ist Sein?“ bedingt durch ein Verständnis des  „ist“, ohne dass explizit zu sagen wäre, was dieses „ist“ bedeutet.
Das Seinsverständis wäre grundsätzlich als vage zu bezeichnen.
Wenn man das Gefragte der auszuarbeitenden Frage formuliert, dann geht es um Seiendes und der erste philosophische Schritt bestünde darin NICHT „keine Geschichte zu erzählen“.
Doch an welchem Seienden soll der Sinn vom Sein abgelesen werden?

Kategorien

Dezember 4, 2008

Bislang wurde ja lediglich die Kategorie „Smalltalk“ beschrieben.

Folgende Kategorien wären unter ästhetischen Gesichtspunkten denkbar:

Ästhetik und Subjektivität
Philosophische Ästhetik
Literarische Ästhetik

Liebe Temp!

Da hast Du aber ein sehr schönes Blog angelegt!🙂 Und ich bedanke mich natürlich für diese Einladung zum vertrauten Zwiegespräch! Die Scherbe übrigens hab ich mitgebracht.🙂 Ich freue mich schon auf interessante Gespräche zur Philosophie, zur Literatur, zur Ästhetik … Wenn ich es noch richtig weiß, stehen uns ja hier 3 GB für Texte, Bilder und andere multimediale Dateien zur Verfügung. Ich will mal gleich mit einer „Erinnerungsscherbe“ beginnen und füge ein Bild von „unserem“ Strand ein, so wie wir ihn inzwischen oft gesehen haben: bei Sonnenuntergang. Am Horizont ist Neuwerk noch gerade zu erkennen. – Es grüßt Dich Nauplios.🙂

Sonnenuntergang bei Duhnen

Bruch mit Zola

Dezember 4, 2008

Als Emile Zola Werk L´OEUVRE am 31.März.1886 in den Buchhandlungen erschien, sandte dieser ein Exemplar eiligs an Cézanne, etwas, dass er immer zu tun pflegte, sobald er ein Buch veröffentlichte.
Den Vorabdruck des Buches im Gil Blas begann bereits im Dezember 1885, lange bevor der Roman abgeschlossen wurde, und dauerte bis zum 27.März 1886. Möglicherweise hatte Cézanne das Buch bereits in dieser Form gelesen, wie er es aus Neugier öfter mit den Büchern des
Freundes tat. Allerdings verlor er kein Wort darüber.
Statt der üblichen warmherzigen Schreiben, die er Zola sonst immer zum Dank schickte, sendete er folgende Zeilen, die auf den 4.April datieren:

„Mein lieber „Émile,
ich erhielt soeben L´OEUVRE, dass Du mir freundlicherweise gesandt hast. Ich danke dem
Autor der Rougon-Macquart für diesen gütigen Beweis seines Gedenkens und bitte ihn, mir zu gestatten, ihm die Erinnerung an die vergangenen Jahre die Hand zu drücken. Ganz der Deine unter dem Eindruck vergangener Zeiten,
Paul Cézanne“ („Cézanne“,S.152)
Die Distanz ,die in diesen Worten enthalten ist sowie die äußerste Höflichkeit, mit der in der dritten Person des Autors von Rougon-Macquart bemüht wird, sowie die Ehrerbietung mit der Cézanne bat, Zola die Hand zu drücken, überraschen.
So ist es denn vorbei mit der Nähe zwischen zwei Jugendfreunden, da Cézanne sich getroffen
und verletzt zeigt. Er erkannte sich in der Hauptfigur des gescheiterten und wahnsinnigen Malers Claude Lantier wieder.
Zola hat zuviele Details aus seinem Leben verwendet, seine Rechte als Schriftsteller höher gestellt als Loyalität und Treue, um Ruhm zu erlangen auch um den Preis
einer Freundschaft willen.

Statt einer Einladung ;-)

Dezember 4, 2008

Das Wort „Symbol“ hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache.

Es ist zunächst ein technisches Wort, das „Erinnerungsscherbe“ bedeutet.

Der Gastfreund gibt seinem Gast die sog. tessera hospitalis, d.h. er bricht eine Scherbe durch und gibt die eine Hälfte dem Gastfreund, im Vertrauen darauf dass in 40 oder 50 Jahren ein Nachkomme das Haus betritt und man die Scherben zusammenfügt, welche dann ein Ganzes ergeben sollten. Gadamer etikettiert diesen Vorgang als „antikes Passwesen“, indem man jemanden als „Altbekannten“ erkennt.

Die Scherbe, die es zu brechen gilt, muss zunächst einmal hergestellt werden😉

Diese Plattform dokumentiert in unterschiedlicher Form die Dialoge zwischen Nauplios und Temp.

Die Schnittmenge möglicher Themen wird sich eher als Arbeit an Texten gestalten. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht und ist auch eher unbeabsichtigt. Eher dient das Blog dazu, die Schnittmenge gemeinsamer Interessen gewissermassen spotartig abzubilden. Unser Interesse ist weniger ein logon didonai als ein sprachliches Verstehen und Verständnis spezifischer Themen.